79.853 cm, Sparkassenstraße 3, 80331 München

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Shinae Kim veranschaulicht mathematisches Denken am Ausstellungsort. In einer digitalen Hand-Zeichnung, abgedruckt auf der Einladungskarte , werden die in den Kunstarkaden vorhandenen im Lot stehenden Raumachsen zu einem Dreieck ergänzt. Diese Verbindungslinie könnte als Hypotenuse nach dem Satz des Pythagoras genau bestimmt werden. In Ihrer Wandarbeit „Drei Ecken“  wird der in den konkreten Raum eingeschriebene, in zwei Hälften geteilte Text, entlang dieser exakten, imaginären Linie lesbar.  Der Text ist räumliches Vehikel und reflektiert gleichzeitig durch seinen Inhalt potentiell sich darin  positionierenden Menschen. In „79.853 cm“  hat Shinae Kim alle in den Räumen vorhandenen Linien, an denen zwei Flächen zusammenstoßen, addiert und als fortlaufende Linie auf eine Fläche von 1m Breite übertragen. Die Gesamtheit der Raumlinien der Kunstarkaden kann der Besucher als Ausdruck mitnehmen. Auf drei Ebenen besetzen Kims minimale Eingriffe den Ausstellungsort mittels einer universellen Grammatik:  als Zeichen, in Form der Einladungskarte, als Insert, das den Raum visuell und imaginär dynamisiert, und als Übertragung in ein mobiles, multiples Objekt.

Jenny Mues, Gleisdreieck, Kunstarkaden 2013

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